Ariégeois

Herkunft und Geschichtliches

Die Hunderasse Ariégeois wird auch Hasenhund genannt, hergeleitet aus seinem speziellen Einsatzgebiet. Sehr ähnlich ist die Braque de l’Ariège, ein Vorstehhund; sie wird oft mit dem Ariégeois verwechselt. Der Ariégeois stammt aus einer Kreuzung großer Laufhunde und Briquets, um deren Vorzüge herauszuzüchten und deren Mängel zu vermeiden. Eingekreuzt wurden unter anderem Grand Bleu de Gascogne und Grand Gascon Saintongeois. Der Ursprung der Rasse liegt in der französischen Provinz Ariège im Südwesten Frankreichs.[1]

Beschreibung

Der Hund wird für die Flintenjagd und für die Parforce-Jagd verwendet. Seine mittlere Größe (58 cm) und sein leichter Bau machen ihn, gleich ob als Einzelhund oder in der Meute, zu einem wertvollen Gehilfen; leichter, mittelgroßer Hund, elegant und vornehm. Das Haar ist kurz, dünn und dicht in weiß mit klaren, gut abgegrenzten schwarzen Flecken; manchmal schwarz getüpfelt; ziemlich blasse lohfarbene Abzeichen auf den Wangen und über den Augen. Er wirkt sehr muskulös die Brust ist lang, mittelmäßig breit; sie reicht bis auf Ellenbogenhöhe hinab. Die Ohren sind lederartig geschmeidig, gefaltet und lang herabhängend, am Ansatz schmal und knapp unterhalb der Augenlinie angesetzt. Wie aus der Beschreibung ersichtlich, ist er ein hochläufiger Hund, großen Laufhunden sehr ähnlich. Typisch ist, dass die Lefzen nicht über den Unterkiefer hinaushängen. Der Körper ist der Hasenjagd gut angepasst mit breiter, ovaler Brust, die bis zu den Ellbogen reicht. Gut angesetzte, säbelförmige Rute.

Verwendung

Spezialisiert für die Hasenjagd, eignet er sich für jagdliche Einsätze jeglicher Art.

Quellen und weiterführende Links

Einzelnachweise

  1. Hochspringen Lehari, S. 17

Literatur

  • Gabriele Lehari: Ulmers Großes Lexikon der Hunderassen. Eugen Ulmer Verlag, Stuttgart 2004, ISBN 3-8001-4614-2

Weblinks

 Commons: Ariégeois – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

 

 

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Beagle

Herkunft und Geschichtliches

Der Ursprung des Wortes Beagle ist nicht eindeutig geklärt. Es ist möglich, dass das Wort vom französischen Begriff begueule abgeleitet wurde, was so viel wie geöffnete Kehle oder lautes Maul bedeutet. Auch wäre der französische Begriff beugler möglich, was zu brüllen bedeutet, oder ein angeblich alter deutscher Begriff begele, was schelten bzw. schimpfen bedeuten soll. Genauso wäre auch die alte englische, französische oder walisische Bezeichnung beag möglich, was so viel wie klein bedeutet.

Der Beagle ist ein Jagdhund, der ursprünglich in England als lauffreudiger Meutehund speziell für die selbstständige Treibjagd auf Feldhasen und Wildkaninchen gezüchtet wurde. Im AKC und KC wird er zur Houndgroup gezählt. Beagles jagen hauptsächlich in der Meute und werden sowohl zu Fuß als auch zu Pferd geführt, im Gegensatz zu den Foxhounds, die überwiegend zu Pferd auf der Fuchsjagd begleitet werden. Daher wurden die Beagles früher auch als die „Treibhunde der armen Leute“ bezeichnet.

Beaglemeute

Beaglemeute

Der Ursprung dieser Hunderasse wird teilweise in Frankreich im Bereich der Normandie vermutet. Von dort sollen weiße Hubertushunde (auch als Chien St. Hubert bezeichnet) durch die normannische Familie Talbot im Heer Wilhelms des Eroberers 1066 nach England gelangt sein, deren Ursprung bis ins 9. Jahrhundert auf Züchtungen von Mönchen des nach dem Heiligen St. Hubertus genannten Klosters in den Ardennenzurückgeht. Man nannte diese weißen Jagdhunde auch Talbots[Anm. 1] und dann 600 Jahre später im englischen Sprachraum auch Northern Hounds bzw. Norman Hounds. Die Northern Hounds wurden als schlanke Hunderasse beschrieben, die schnell und sicher auf der Spur war, aber einen schrillen, flachen und unangenehmen Spurlaut von sich gab.

Um 1400 fanden die Briten während des Hundertjährigen Kriegs im Süden Frankreichs in der Gascogne weitere, ihnen bis dahin unbekannte Hunderassen. Sie waren von den mittelgroßen, bunt gescheckten und gesprenkelten Hunden und deren jagdlichen Qualitäten beeindruckt. Sie wurden aber auch als langsam und schwer, mit viel Hautsubstanz beschrieben. Diese Hunde wurden später als Southern Hounds bezeichnet. Anders als die Northern Hounds waren die Southern Hounds mit schwarzen und braunen Tupfern und Platten auf weißem Grund bedeckt.

Durch die bis zur Ausrottung betriebene Jagd auf Hochwild wie Rehe und Hirsche und wehrhaftes Großwild wie den Bären blieben nur noch jene scheuen Wildarten übrig, die sich tagsüber versteckten und die man nur durch Verfolgen ihrer Fährte jagen konnte. Dazu waren die Northern Hounds nicht mehr feinnasig genug. Damit kann man davon ausgehen, dass der Ursprung der heutigen Hunderassen sowohl auf die Northern Hounds als auch auf die Southern Hounds zurückgeht. In erster Linie ging es bei der Züchtung der Hounds um die Brauchbarkeit und nicht um Fragen des Aussehens.

Im Jahr 1515 tauchten in den Haushaltsbüchern von König Heinrich VIII. erstmals Buchungen an den Keper of the Begles auf. Im Jahr 1615 erwähnte L. R. Jackson, alias Gervase Markham in seiner allgemeinen Beschreibung aller wichtigen Jagdhunderassen den little Beagle (kleinen Beagle), der in der Satteltasche des Jägers Platz findet und der einer Wildspur nachging, das Wild aber nur selten selber töten, sondern nur ermüden konnte.

Damals wurde auch der Begriff beagling[Anm. 2] als eine Form der Hundejagd in einer Meute geprägt. Als Rasse anerkannt wurde der Beagle 1890 durch den Britischen Kennel Club.

Beschreibung

Beagle in der Farbe "tan-white"

Beagle in der Farbe „tan-white“

Gemäß der Beschreibung der FCI ist der Beagle ein Jagdhund, der einen robusten und kompakten Eindruck vermittelt, ohne dabei grob zu wirken. Beagles messen am Widerrist zwischen 33 und 40 cm und werden bis zu 18 kg schwer. Bei dem kurzen, anliegenden und wetterfesten Fell sind alle bekannten Hound-Farben außer „Leber“ zulässig. Die hauptsächlich vorkommenden Farbvarianten sind: zweifarbig braun/weiß („tan and white“), rot-weiß („red and white“), zitronengelb-weiß („lemon and white“) oder dreifarbig schwarz/braun/weiß („tricoloured“); bei durchbrochener Flanke spricht man auch von „tricoloured broken“. Außerdem existieren noch drei verschiedene „Paid“-Varianten.[1]

Der Kopf ist von mäßiger Länge, kraftvoll ohne grob zu sein, mit ausgeprägtem Stop. Die kurzen Beine sind sehr kräftig und muskulös, aber nicht dick. Die Augen sind dunkel- oder haselnussbraun, ziemlich groß mit sanftem, gewinnendem Ausdruck. Das Gebiss hat kräftige Kiefer mit vollständigem Scherengebiss. Die tief angesetzten Ohren sind lang und am Ende abgerundet; nach vorne gelegt reichen sie fast bis zur Nasenspitze. Das Ohrleder ist dünn und liegt an der Backe an. Die Rute ist dick, hoch angesetzt und wird über der Rückenlinie fröhlich getragen, aber nicht über den Rücken gerollt oder vom Ansatz nach vorne geneigt. Die Rutenspitze ist weiß.

Wesen

Der Beagle ist ein fröhlicher und bewegungsfreudiger Hund. Sein Wesen ist liebenswürdig und aufgeweckt, ohne Anzeichen von Angriffslust oder Ängstlichkeit; bei der Jagd beweist er Zähigkeit und Zielstrebigkeit.

Beagle Hound-Farben von links nach rechts: zweifarbig „tan and white“ (ältere Hündin mit verblassender Farbe), dreifarbig schwarz/rot/weiß mit aufgerissener Decke „tricoloured broken“, zweifarbig rot/weiß „red and white“, dreifarbig „tricoloured“

Beagles sind Meutehunde, sie benötigen die Gesellschaft anderer Hunde oder vertrauter Menschen. Sie sind bis ins 20. Jahrhundert hauptsächlich für die Jagd in der Meute gezüchtet worden und brauchen daher viel Auslauf und Bewegung. Beagles neigen als Meutehunde dazu, übermäßig zu fressen.

Nutzung

Jagdeinsatz

 

Der Beagle wird in Deutschland selten jagdlich geführt. Dennoch eignet sich der Beagle aufgrund seines Spur- bzw. Fährtelautes und seinem Finderwillen hervorragend für die Stöberjagd. Die ursprüngliche Brackierjagd wird aufgrund der gesetzlichen Bestimmungen über die mindest erforderliche Reviergröße von 1000 Hektar in Deutschland nur sehr selten ausgeübt. Ein an die Jagd herangeführter Beagle verfolgt den Hasen spurlaut mit ausgeprägter Beharrlichkeit. Ist die Jagd einmal begonnen, ist es nahezu unmöglich den Hund abzurufen. Der ausgeprägte Jagdtrieb lässt nur zwei Möglichkeiten, die Jagd zu beenden: durch Beutemachen oder aufgrund Ermattung.

Sein starker Wille zum Stück zu finden macht ihn auf der Schweißfährte etwas ungestüm. Doch bei regelmäßigem Training bleibt er auch auf der 40 Stunden alten Schweißfährte beharrlich.

Der Beagle ist ein beliebter Meutehund für Schleppjagden in Deutschland.[2]

Der Beagle ist kein Apportierhund. Ein ausgewachsener Hase ist zu schwer für ihn. Doch sein Drang nach Beschäftigung, vor allem für die Nase, macht ihn insbesondere für die Arbeit auf der Schleppe geeignet. Dafür trägt er ein Kaninchen auch über weite Strecken dem Jäger zu. Der Hund ist wasserfreudig und auch an Federwild heranzuführen. Der Beagle ist durchaus Kandidat für die jagdliche Gebrauchsprüfung und die Schweißprüfung.[3]

Meutehunde

In Deutschland gibt es noch eine aus Beagle bestehende Meute, die zur Schleppjagd abgerichtet wird. Die Schleppe wird mit einem künstlichen Köder gelegt. Die Hunde geben das Tempo vor, verfolgt werden sie von Reitern, was an Reiter und Pferd durch das unebene Gelände und hohem Tempo hohe Ansprüche stellt. Am Ende der Jagd erhalten die Hunde als Belohnung für die geleistete Arbeit Rinderpansen, das sog. Curèe.[4]

Haltung als Familienhund

Diese Hunderasse wurde jahrhundertelang nur auf die Jagd in der Meute gezüchtet. Jeder Beagle, der nicht optimal der Spurensuche und Treibjagd nachging, aber auch solche, die Aggressionen innerhalb der Meute zeigten, wurde aussortiert. Der Beagle war ursprünglich ein Funktionshund und bis ins 20. Jahrhundert nicht als Familienhund gezüchtet.

Sonstige Nutzung

Der Beagle ist die Hunderasse, die am häufigsten in der wissenschaftlichen Forschung eingesetzt wird. Tiere werden zu diesem Zweck gewerblich gezüchtet.[5] Auch in der biomedizinischen Forschung am Hund werden oft Beagles als Versuchstiere verwendet.

Seit 1984 werden in den USA die sogenannten Beagle-Brigades zur Suche nach illegal eingeführten Lebensmitteln, Pflanzen- und Tierteilen durch die Zoll- und Grenzschutzbehörde (USCBP) insbesondere an Grenzübergängen, Häfen und Flughäfen eingesetzt.[6][7] Im Jahre 2001 waren 60 Beagleeinheiten an 21 internationalen Flughäfen der USA aktiv.[8]

Spezielle Erkrankungen

Beagle haben eine Prädisposition für die Hound-Ataxie, die Meningitis-Arteriitis und Übergewicht.

Anmerkungen

  1. Hochspringen s. en:Talbot (dog)
  2. Hochspringen s. en:Beagling

Quellen und weiterführende Links

Einzelnachweise

  1. Hochspringen Übersicht der Fellfarben
  2. Hochspringen http://www.drfv-jagdreiten.de/hunde.html
  3. Hochspringen http://www.jagd-beagle.de/pruefungswesen.php
  4. Hochspringen Beagle Meute Münsterland
  5. Hochspringen Ophelia Nick: Vermittlung von Laborhunden in Privathand. (Dissertation). München 2012, S. 2. (pdf online 3,7 MB)
  6. Hochspringen United States Customs and Border Protection: [1] (engl.)
  7. Hochspringen United States Department of Agriculture – Animal and Plant Health Inspection Service – Plant Protection and Quarantine – National Detector Dog Manual: [2] (engl.)
  8. Hochspringen U.S. Beagle Brigade is First Defense Against Alien SpeciesNational Geographic, 7. Juni 2001

Literatur

Weblinks

 Commons: Beagle – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

 

 

 

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Berner Sennenhund

Berner Sennenhund

Der Berner Sennenhund

Der Berner Sennenhund ist ein kräftiger Hund, der bis zu 70 cm Schulterhöhe erreicht. Das Fell ist lang und weich, es sollte schlicht (glatt) oder höchstens leicht gewellt sein. Auch die nicht sehr großen hoch angesetzten Hängeohren sind behaart. Den Hauptakzent des dreifarbigen Hundes setzt der schwarze Mantel über Rumpf, Hals, Kopf und Schwanz. An der Stirn beginnt eine weiße symmetrische Blesse, die sich zur Schnauze hin verbreitert, aber höchstens bis an die Lefzenwinkel reichen soll. Ein weißes Brustkreuz und weiße Pfoten sind weitere Merkmale. Häufig kommt auch eine weiße Schwanzspitze vor. Braunrote Flecken über den Augen gaben ihm den alten Namen „Vieräugler“. Braunrote Backen und ebensolche Abzeichen seitlich des weißen Brusthaars und an den Beinen runden das Bild ab. Je symmetrischer die drei Farben verteilt sind, desto harmonischer das Bild. Vorder- und Hintergliedmaßen sollten gut gewinkelt sein. Der Bewegungsablauf sollte „frei und ausgreifend“ sein.

Verwendung

Berner Sennenhunde sind wenig geeignet für Hundesportarten, die ihnen große Wendigkeit und Schnelligkeit abverlangen, wie beispielsweise Agility. Es bieten sich die Zughundearbeit, eine Rettungs- oder Fährtenhundeausbildung, sowie Einsatzbereiche an, bei denen eine Art vorausahnender Gehorsam erforderlich ist. Sie brauchen viel Bewegungsfreiheit. Heißes Wetter macht ihnen aufgrund ihres langen und dichten Fellkleides zu schaffen. Im Winter und bei kühlen oder frostigen Temperaturen fühlen sie sich wohl.

Gesundheitliches

Berner Sennenhunde sollten nicht als Etagenhunde (ohne Aufzug) gehalten werden, da bei ihnen, wie bei anderen großen Hunderassen auch, Gelenkprobleme (Hüftgelenks-, Ellbogendysplasie) auftreten können. Zudem weisen sie eine erhöhte Anfälligkeit für Nieren- und Krebserkrankungen (insbesondere Maligne Histiozytose und Mastzelltumoren) sowie der Meningitis-Arteriitis auf. Die Mortalität der Rasse ist laut einer neueren Studie doppelt so hoch, wie es die Populationsgröße erwarten ließe; bösartige Tumoren sind bereits ab dem Alter von vier Jahren eine bedeutende Todesursache. 17 Prozent aller Berner Sennenhunde sterben vor dem Alter von fünf Jahren, 45 Prozent vor dem Alter von 8 Jahren, und 72 Prozent werden keine 10 Jahre alt.[1] Ebenso wie die oben genannten Krankheiten gehört die degenerative Myelopathie zu den Erbkrankheiten des Berner Sennenhundes. Da diese autosomalrezessiv vererbt wird, kann durch einen DNA-Test verhindert werden, dass belastete Hunde miteinander verpaart werden.[2] Seit 2011 ist auch ein Gentest für eine neu identifizierte Mutation im SOD1-Gen bekannt.[3][4]

Im Auftrag des Schweizer Sennenhundverein für Deutschland (SSV) wurde die Lebenserwartung des Berner Sennenhunds wissenschaftlich untersucht. Diesen Untersuchungen zufolge liegt die derzeitige mittlere Lebenserwartung bei 7 Jahren und 6 Monaten.[5]

Die im VDH anerkannten Rassezuchtvereine verwenden Zuchtstrategien zur Bekämpfung von Erbkrankheiten. Transparenz über mehrere Generationen bezüglich Hüftdysplasie, Ellbogendysplasie, Altersstruktur und Verhalten sind hierfür Voraussetzung. Bei der Zucht bedienen sich die Züchter des SSV der Zuchtwertschätzung. Es wird mit Blick auf Langlebigkeit gezüchtet. Der SSV hat 2009 den phänotypischen Zuchtwert Lebensdauer, eingeführt,[6] seit 2012 gibt es auch einen genomischen Zuchtwert für Langlebigkeit.[7][8]

Der SSV hat 2013 einen genomischen Zuchtwert (Pretest) für das histiozytäre Sarkom (Maligne Histiozytose) eingeführt. Dieser Test beschreibt das Risiko für diese Erkrankung. Die Zuchtwerte für Langlebigkeit sind mit den Genomzuchtwerten für das histiozytäre Sarkom korreliert, jedoch nicht identisch. Das bedeutet, dass Hunde mit hohen Genomzuchtwerten für Langlebigkeit ein geringeres Risiko für histiozytäres Sarkom aufweisen und umgekehrt Hunde mit einem sehr geringen Risiko für histiozytäres Sarkom eine höhere Lebenserwartung haben. Da es neben dem histiozytären Sarkom noch andere erbliche Todesursachen bei Berner Sennenhunden gibt und auch einige Hunde mit histiozytärem Sarkom – vermutlich durch eine ausgeprägte Immunabwehr – alt werden, wird der weitergehende Zuchtwert für Langlebigkeit auch weiterhin verwendet.[9]

Wesen

Berner Sennenhund

 

Berner Sennenhunde sind selbstsicher, gutmütig und freundlich. Sie haben einen ausgeprägten Wachtrieb, ohne dabei aggressiv zu sein. Sie sind heute nicht nur gute Haus- und Hofhunde, sondern auch beliebte Familienhunde, wenn sie sorgfältig sozialisiert und ausgelastet werden.

Verwandte Rassen

Neben dem Berner Sennenhund gibt es weitere drei Hunderassen, die zu den Schweizer Sennenhunden zählen: Der Grosse Schweizer Sennenhund, der Appenzeller Sennenhund und der Entlebucher Sennenhund. Von den vier Sennenhundrassen erfreut sich vor allem der Berner Sennenhund wachsender Beliebtheit.

Literatur

Weblinks

Commons: Berner Sennenhund – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Hochspringen A. Egenvall, B. N. Bonnett, Å. Hedhammar, P. Olson: Mortality in over 350,000 insured Swedish dogs from 1995-2000: II. Breed-specific age and survival patterns and relative risk for causes of death. In: Acta Veterinaria Scandinavica. Bd. 46, Nr. 3, 2005, ISSN 0044-605X, S. 121–136, PMID 16261925doi:10.1186/1751-0147-46-121.
  2. Hochspringen Tomoyuki Awano, Gary S. Johnson, Claire M. Wade, Martin L. Katz, Gayle C. Johnson, Jeremy F. Taylor, Michele Perloski, Tara Biagi, Izabella Baranowska, Sam Long, Philip A. March, Natasha J. Olby, G. Diane Shelton, Shahnawaz Khan, Dennis P. O’Brien, Kerstin Lindblad-Toh, Joan R. Coatesk: : Genome-wide association analysis reveals a SOD1 mutation in canine degenerative myelopathy that resembles amyotrophic lateral sclerosis. In: Proceedings of the National Academy of Sciences. Bd. 106, Nr. 8, 2009, S. 2794–2799, vdoi:10.1073/pnas.0812297106.
  3. Hochspringen O.Distl, N.Bachmann, C.Fechler http://www.ssv-ev.de/genomischer_Zuchtwert_Einzelheiten.php#ZW
  4. Hochspringen F.A. Wininger, R. Zeng u. a.: Degenerative Myelopathy in a Bernese Mountain Dog with a Novel SOD1 Missense Mutation. In: Journal of Veterinary Internal Medicine. 25, 2011, S. 1166–1170, doi:10.1111/j.1939-1676.2011.0760.x.
  5. Hochspringen Reiner Beuing: Es geht um Leben und Tod (PDF-Datei; 1,58 MB). In: SSV-Kurier. Nr. 1, 2009, S. 48.
  6. Hochspringen N. Bachmann: Ein Meilenstein für den SSV – der Zuchtwert „Lebensdauer“ bei Berner Sennenhunden (PDF-Datei; 1,58 MB). In: SSV-Kurier. Nr. 1, 2009, S. 46.
  7. Hochspringen Christel Fechler, Norbert Bachmann: Genomischer Zuchtwert „Langlebigkeit“ bei Berner Sennenhunden. (Internetauftritt des SSV)
  8. Hochspringen Ottmar Distl: Langlebigere Berner Sennenhunde durch genetische Selektion. (online).
  9. Hochspringen O.Distl, N.Bachmann, C.Fechler http://www.ssv-ev.de/genomischer_Zuchtwert_Einzelheiten.php#ZW

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Irish Water Spaniel

Beach Coast Sand Wet Puppy Dog 1122509 Pxhere Com

Der Irish Water Spaniel

Wahrscheinlich stammt diese Rasse aus der Zeit der Französischen Revolution und stammt vom Großpudel und dem Irish Setter ab. 1834 begann seine systematische Zucht, 1862 wurde er bei einer Hundeausstellung in Birmingham präsentiert und vom britischen Kennel Club offiziell anerkannt.

Beschreibung

Dieser bis 59 cm große, stämmige Hund mit lockigem, kastanienbraunem Fell ist gut zur Jagd geeignet und verfügt über viel Energie. Er hat dichte, feste, krause, aber nicht wollige Ringellöckchen. Sein Fell ist von Natur aus fettig und hat eine sehr satte, dunkelbraunrote Leberfarbe. Die Ohren sind sehr lang, lappenförmig und von langen, gedrehten Haarlocken bedeckt. Von anderen Wasserhunden unterscheidet ihn die Tatsache, dass er keinen Bart im Gesicht hat. Ein weiteres typisches Merkmal ist der sogenannte Rat Tail – der Rattenschwanz, der am Ansatz zwar noch gelocktes Haar aufweist, gegen Ende aber glatt und fast nackt erscheint.

Verwendung

Irish Water Spaniel sind als Jagdhund, unter anderem für die Wasserjagd; auch als Wachhund brauchbar. Auch als Familienhund werden sie gehalten. Der Irish Water Spaniel benötigt neben seinem täglichen Auslauf auch genügend Beschäftigung für seinen Geist. Er ist sehr lernbegierig und lernfähig und wie die Retriever zum Apportieren geeignet. Dabei besitzt er ein weiches Maul, das heißt, er apportiert vorsichtig und verbeißt sich nicht. Er reagiert bei Fremden meistens sehr zurückhaltend. Für die Gewöhnung an Kleintiere sind Zeit und Geduld nötig.

Die nötige Haarpflege für Hunde dieser Rasse besteht in einmal in der Woche gründlich Kämmen und Bürsten sowie etwa alle 8-10 Wochen Scheren.

Weblinks

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Rassestandard Nr. 124 der FCI: Irish Water Spaniel (PDF-Dokument)

 

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Mittelmeererkrankungen beim Hund

Mittelmeererkrankungen

 Mittelmeererkrankungen beim Hund – Vorbeugen ist einfacher als heilen

In wärmeren Ländern übertragen Zecken oder Mücken teilweise tückisch verlaufende Mittelmeererkrankungen. Oft treten die Symptome viel zu spät für vollständige Heilungsaussichten auf. Dennoch können Hund und Mensch vor möglichen Ansteckungen schon vor dem Aufenthalt in solch warmen Gebieten geschützt werden.

Babesiose (auch: Piroplasmose oder Hundemalaria)

Erreger der Babesiose sind Mikroparasiten, deren einzellige Struktur dem menschlichen Malariaerreger ähnelt. Es entstehen als Symptome schnell sichtbare Auszehrung des Hundes, begleitet von hohem Fieber bis 42 °C. Der Hund scheidet roten oder grünlichen Urin aus, entwickelt Gelbsucht und Blutarmut. Bei der Diagnostik muss vor allem die Zahl der roten Blutkörperchen untersucht werden. Hier setzen sich die Einzeller Babesia canis vogeli, Babesia canis rossi oder Babesia canis canis fest. Eine Gefahr für Menschen geht von der Babesiose nicht aus. Derzeit stehen zwei Behandlungsmethoden mit Antibiotika zur Verfügung. Langfristig bestehen bei vorher gesunden Hunden gute Heilungsaussichten, jedoch kann die Hundemalaria chronisch verlaufen und schlimmstenfalls zum Tod des befallenen Tieres führen. Vorbeugender Schutz ist am ehesten durch Zeckenschutzmittel möglich. Eine Impfung ist möglich, jedoch nicht vollständig schützend.

Parvovirose (Hundepanleukopenie)

Ein unsichtbarer und besonders tückischer Erreger der Parvovirose ist das Bakterium CPV-2 (Canine Parvovirus). Hunde nehmen ihn durch Belecken von Pflanzen, Futter oder Artgenossen auf. Der Virus vermehrt sich zunächst unerkannt im Zellkern, bis er heftig ausbricht. Symptome treten bei Welpen, alten Hunden und Hunden in geschwächtem Allgemeinzustand auf. Es kommt zwei bis zehn Tage nach der Ansteckung zu Fieber (bis 41,5 °C), Apathie und Appetitlosigkeit. Blutiger Durchfall erfordert eine Diagnostik über den ELISA-Test des Blutes sowie eine Kotuntersuchung. Hier lässt sich eine starke Verminderung der roten Blutkörperchen nachweisen. Eine Gefahr für Menschen ist nicht auszuschließen, allerdings wegen der nötigen hohen Körpertemperatur für die Vermehrung der Parvoviren selten. Die Behandlung ist zunächst durch Flüssigkeitszufuhr lebensrettend. Mit Antibiotika wird schließlich der Virus vernichtet. Befallene Hunde sind allerdings noch bis zu einem Jahr ab Genesung sogenannte „Ausscheider“. Soweit möglich, hilft eine Quarantäne gegen die Weiterverbreitung des Virus und Neuansteckung anderer Tiere. Wird Parvovirose rechtzeitig behandelt, bestehen gute Heilungsaussichten. Vorbeugender Schutz kann bei Welpen frühestens bei der Vorimpfung mit sieben Wochen erfolgen. Lebenslang sollte alle drei Jahre eine Wiederauffrischung des Impfschutzes gegen Parvovirose erfolgen.

Ehrlichiose (Zeckenfieber)

Die Braune Hundezecke trägt den Erreger der Ehrlichiose in sich und überträgt ihn beim Saugen am Hund auf dessen Zellen. Schon drei Stunden nach einem Zeckenbefall sind zunächst unspezifische Symptome zu beobachten. Tückisch ist die Inkubationszeit von drei Wochen: Erst jetzt treten Fieberschübe, Nasenausfluss und Nasenbluten, Atemnot und allgemeine Mattigkeit, geschwollene Lymphknoten und Muskelzucken bzw. Überempfindlichkeit bei Berührung auf. Aufgrund der Ähnlichkeit zu Symptomen anderer Erreger ist eine Diagnostik schwierig. Sie erfolgt durch einen Erregernachweis, über Gewebeproben oder einen Antikörpernachweis. Eine Gefahr für Menschen wurde bislang nicht beobachtet. Meist ist die gesunde Körpertemperatur des Menschen den Erregern buchstäblich zu kalt, so dass eine Ansteckung nicht erfolgt. Einzig Antibiotika können bei der Behandlung zum Erfolg führen, allerdings nur bei rechtzeitiger Diagnose. Die Heilungsaussichten sind in diesem Fall gut. Vorbeugender Schutz ist durch wirksame Zeckenmittel ab einer Frühlingstemperatur von ca. sechs bis sieben °C möglich und in der Regel wirksam. Besonders gefährdet sind ungeimpfte Welpen, Hunde in Stresssituationen (zum Beispiel während der Trächtigkeit) sowie ohnehin schwächere Hundesenioren.

Borreliose beim Hund

Borrelia-Bakterien sitzen als Erreger der Lyme-Borreliose in Zecken. Beim Festsaugen werden sie in den Körper des Hundes transportiert und lösen binnen eines Tages die ersten Symptome aus, häufig beginnend mit einer Wanderröte um den Bissbereich herum. Obwohl Zecken nicht nur im Mittelmeerraum vorkommen, ist dort die Ansteckungsgefahr wegen des wärmeren Klimas höher als in Deutschland. Die Diagnostik kann erst beim Auftreten weiterer Symptome wie Gelenkentzündungen, Fieberschübe oder Muskelschmerzen vorgenommen werden. Dann müssen die Erreger durch Blutuntersuchung nachgewiesen werden. Lyme-Borreliose ist nicht auf Hunde beschränkt. Bei Zeckenbiss besteht also auch eine Gefahr für Menschen. Die Behandlung mit Antibiotika dauert einen Monat, ist jedoch nur erfolgversprechend bei rechtzeitigem Behandlungsbeginn. Bei früher Therapie bestehen gute Heilungsaussichten. Besser ist allerdings ein guter Zeckenschutz als vorbeugende Maßnahme.

Dirofilariose

Während viele Mittelmeererkrankungen auch in Mitteleuropa vorkommen, ist der Erreger der Dirofilariose nur in tropischen und subtropischen Gebieten sowie ausschließlich in Südeuropa verbreitet. Mikrofilarien werden durch den Stich einer Mücke als Larven auf Hunde übertragen. Die Symptome werden häufig erst nach langer Zeit erkannt, wenn nämlich aus den Larven fertige Würmer geworden sind. Dann können Störungen der inneren Organe (Herz, Lunge, Leber, Niere) auftreten, der Hund ermüdet schnell, nimmt ab und bekommt chronischen Husten. Die Diagnostik ist schwierig und kann nur in Speziallaboren eindeutig vorgenommen werden. Eine Gefahr für Menschen besteht nicht, selbst wenn durch einen Mückenstich Larven ins Blut geraten. Denn hier kann sich der Erreger nicht entwickeln. Eine Behandlung befallener Hunde muss in jedem Fall individuell erfolgen. Sie ist langwierig bei nicht immer guten Heilungsaussichten. Vorbeugender Schutz ist nur durch geschlossene Fenster nachts und generell guten Mückenschutz während des Aufenthalts in südlichen, warmen Ländern möglich.

Hepatozoonose

Auch der Erreger der Hepatozoonose wird durch Zecken auf Hunde übertragen, allerdings nur durch Zerbeißen, Fressen und Schlucken. Der einzellige Parasit löst nach zwei bis vier Wochen als unspezifische Symptome wie blasse Schleimhäute, blutige Durchfälle, Gewichtsabnahme und Schwellungen der Lymphknoten aus. Die Diagnostik ist selten eindeutig und höchstens über den Vergleich roter Blutkörperchen sowie der alkalischen Phosphatase möglich. Eine Gefahr für Menschen und andere Haustiere (selten: Katzen) besteht nicht. Die Behandlung mit Antibiotika kann zur Heilung führen. Jedoch bestehen gute Heilungsaussichten nur bei eindeutiger Diagnose und frühzeitigem Behandlungsbeginn. Deshalb ist es sinnvoller, einen vorbeugenden Schutz durch Zeckenschutz (Tropfen oder Schluckimpfung) rechtzeitig vor dem Aufenthalt in wärmeren Ländern aufzubauen. Auch ein Zeckenband schützt für mehrere Wochen bis Monate vor einem Befall.

Leishmaniose

Die parasitären Erreger der Leishmaniose werden durch Mückenstiche in wärmeren Ländern auf Hunde übertragen. Dort lösen die einzelligen Blutparasiten erst nach Monaten oder Jahren Symptome aus. Fieberschübe, Gewichtsverlust oder eine Verhaltensveränderung erlauben eine Diagnostik über Blutuntersuchungen. Allerdings können die Symptome leicht mit anderen Mittelmeererkrankungen verwechselt werden. Eine Gefahr für Menschen besteht durchaus, da die Blutparasiten auch Menschen und andere Säugetiere befallen. Grundsätzlich zielt eine Behandlung nur auf die Linderung der Symptome ab. Vollständige Heilungsaussichten bestehen beim Hund nicht. Vorbeugender Schutz ist durch das Anlegen von Protectorhalsbändern, durch Impfung und gezielten Mückenschutz auf besonders empfindlichen Hautstellen möglich.

Fazit:
Viele Mittelmeererkrankungen beim Hund ähneln einander im Übertragungsweg und der Symptomatik. Leider ist nicht bei allen Infektionen eine vollständige Heilung möglich. Deshalb sollten Hunde vor Reisen in wärmere Länder unbedingt rechtzeitig geimpft und am Reiseziel durch Bänder, Tropfen und andere Prophylaxe vor einer Ansteckung geschützt werden.

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