Berner Sennenhund

Berner Sennenhund

Der Berner Sennenhund

Der Berner Sennenhund ist ein kräftiger Hund, der bis zu 70 cm Schulterhöhe erreicht. Das Fell ist lang und weich, es sollte schlicht (glatt) oder höchstens leicht gewellt sein. Auch die nicht sehr großen hoch angesetzten Hängeohren sind behaart. Den Hauptakzent des dreifarbigen Hundes setzt der schwarze Mantel über Rumpf, Hals, Kopf und Schwanz. An der Stirn beginnt eine weiße symmetrische Blesse, die sich zur Schnauze hin verbreitert, aber höchstens bis an die Lefzenwinkel reichen soll. Ein weißes Brustkreuz und weiße Pfoten sind weitere Merkmale. Häufig kommt auch eine weiße Schwanzspitze vor. Braunrote Flecken über den Augen gaben ihm den alten Namen „Vieräugler“. Braunrote Backen und ebensolche Abzeichen seitlich des weißen Brusthaars und an den Beinen runden das Bild ab. Je symmetrischer die drei Farben verteilt sind, desto harmonischer das Bild. Vorder- und Hintergliedmaßen sollten gut gewinkelt sein. Der Bewegungsablauf sollte „frei und ausgreifend“ sein.

Verwendung

Berner Sennenhunde sind wenig geeignet für Hundesportarten, die ihnen große Wendigkeit und Schnelligkeit abverlangen, wie beispielsweise Agility. Es bieten sich die Zughundearbeit, eine Rettungs- oder Fährtenhundeausbildung, sowie Einsatzbereiche an, bei denen eine Art vorausahnender Gehorsam erforderlich ist. Sie brauchen viel Bewegungsfreiheit. Heißes Wetter macht ihnen aufgrund ihres langen und dichten Fellkleides zu schaffen. Im Winter und bei kühlen oder frostigen Temperaturen fühlen sie sich wohl.

Gesundheitliches

Berner Sennenhunde sollten nicht als Etagenhunde (ohne Aufzug) gehalten werden, da bei ihnen, wie bei anderen großen Hunderassen auch, Gelenkprobleme (Hüftgelenks-, Ellbogendysplasie) auftreten können. Zudem weisen sie eine erhöhte Anfälligkeit für Nieren- und Krebserkrankungen (insbesondere Maligne Histiozytose und Mastzelltumoren) sowie der Meningitis-Arteriitis auf. Die Mortalität der Rasse ist laut einer neueren Studie doppelt so hoch, wie es die Populationsgröße erwarten ließe; bösartige Tumoren sind bereits ab dem Alter von vier Jahren eine bedeutende Todesursache. 17 Prozent aller Berner Sennenhunde sterben vor dem Alter von fünf Jahren, 45 Prozent vor dem Alter von 8 Jahren, und 72 Prozent werden keine 10 Jahre alt.[1] Ebenso wie die oben genannten Krankheiten gehört die degenerative Myelopathie zu den Erbkrankheiten des Berner Sennenhundes. Da diese autosomalrezessiv vererbt wird, kann durch einen DNA-Test verhindert werden, dass belastete Hunde miteinander verpaart werden.[2] Seit 2011 ist auch ein Gentest für eine neu identifizierte Mutation im SOD1-Gen bekannt.[3][4]

Im Auftrag des Schweizer Sennenhundverein für Deutschland (SSV) wurde die Lebenserwartung des Berner Sennenhunds wissenschaftlich untersucht. Diesen Untersuchungen zufolge liegt die derzeitige mittlere Lebenserwartung bei 7 Jahren und 6 Monaten.[5]

Die im VDH anerkannten Rassezuchtvereine verwenden Zuchtstrategien zur Bekämpfung von Erbkrankheiten. Transparenz über mehrere Generationen bezüglich Hüftdysplasie, Ellbogendysplasie, Altersstruktur und Verhalten sind hierfür Voraussetzung. Bei der Zucht bedienen sich die Züchter des SSV der Zuchtwertschätzung. Es wird mit Blick auf Langlebigkeit gezüchtet. Der SSV hat 2009 den phänotypischen Zuchtwert Lebensdauer, eingeführt,[6] seit 2012 gibt es auch einen genomischen Zuchtwert für Langlebigkeit.[7][8]

Der SSV hat 2013 einen genomischen Zuchtwert (Pretest) für das histiozytäre Sarkom (Maligne Histiozytose) eingeführt. Dieser Test beschreibt das Risiko für diese Erkrankung. Die Zuchtwerte für Langlebigkeit sind mit den Genomzuchtwerten für das histiozytäre Sarkom korreliert, jedoch nicht identisch. Das bedeutet, dass Hunde mit hohen Genomzuchtwerten für Langlebigkeit ein geringeres Risiko für histiozytäres Sarkom aufweisen und umgekehrt Hunde mit einem sehr geringen Risiko für histiozytäres Sarkom eine höhere Lebenserwartung haben. Da es neben dem histiozytären Sarkom noch andere erbliche Todesursachen bei Berner Sennenhunden gibt und auch einige Hunde mit histiozytärem Sarkom – vermutlich durch eine ausgeprägte Immunabwehr – alt werden, wird der weitergehende Zuchtwert für Langlebigkeit auch weiterhin verwendet.[9]

Wesen

Berner Sennenhund

 

Berner Sennenhunde sind selbstsicher, gutmütig und freundlich. Sie haben einen ausgeprägten Wachtrieb, ohne dabei aggressiv zu sein. Sie sind heute nicht nur gute Haus- und Hofhunde, sondern auch beliebte Familienhunde, wenn sie sorgfältig sozialisiert und ausgelastet werden.

Verwandte Rassen

Neben dem Berner Sennenhund gibt es weitere drei Hunderassen, die zu den Schweizer Sennenhunden zählen: Der Grosse Schweizer Sennenhund, der Appenzeller Sennenhund und der Entlebucher Sennenhund. Von den vier Sennenhundrassen erfreut sich vor allem der Berner Sennenhund wachsender Beliebtheit.

Literatur

Weblinks

Commons: Berner Sennenhund – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Hochspringen A. Egenvall, B. N. Bonnett, Å. Hedhammar, P. Olson: Mortality in over 350,000 insured Swedish dogs from 1995-2000: II. Breed-specific age and survival patterns and relative risk for causes of death. In: Acta Veterinaria Scandinavica. Bd. 46, Nr. 3, 2005, ISSN 0044-605X, S. 121–136, PMID 16261925doi:10.1186/1751-0147-46-121.
  2. Hochspringen Tomoyuki Awano, Gary S. Johnson, Claire M. Wade, Martin L. Katz, Gayle C. Johnson, Jeremy F. Taylor, Michele Perloski, Tara Biagi, Izabella Baranowska, Sam Long, Philip A. March, Natasha J. Olby, G. Diane Shelton, Shahnawaz Khan, Dennis P. O’Brien, Kerstin Lindblad-Toh, Joan R. Coatesk: : Genome-wide association analysis reveals a SOD1 mutation in canine degenerative myelopathy that resembles amyotrophic lateral sclerosis. In: Proceedings of the National Academy of Sciences. Bd. 106, Nr. 8, 2009, S. 2794–2799, vdoi:10.1073/pnas.0812297106.
  3. Hochspringen O.Distl, N.Bachmann, C.Fechler http://www.ssv-ev.de/genomischer_Zuchtwert_Einzelheiten.php#ZW
  4. Hochspringen F.A. Wininger, R. Zeng u. a.: Degenerative Myelopathy in a Bernese Mountain Dog with a Novel SOD1 Missense Mutation. In: Journal of Veterinary Internal Medicine. 25, 2011, S. 1166–1170, doi:10.1111/j.1939-1676.2011.0760.x.
  5. Hochspringen Reiner Beuing: Es geht um Leben und Tod (PDF-Datei; 1,58 MB). In: SSV-Kurier. Nr. 1, 2009, S. 48.
  6. Hochspringen N. Bachmann: Ein Meilenstein für den SSV – der Zuchtwert „Lebensdauer“ bei Berner Sennenhunden (PDF-Datei; 1,58 MB). In: SSV-Kurier. Nr. 1, 2009, S. 46.
  7. Hochspringen Christel Fechler, Norbert Bachmann: Genomischer Zuchtwert „Langlebigkeit“ bei Berner Sennenhunden. (Internetauftritt des SSV)
  8. Hochspringen Ottmar Distl: Langlebigere Berner Sennenhunde durch genetische Selektion. (online).
  9. Hochspringen O.Distl, N.Bachmann, C.Fechler http://www.ssv-ev.de/genomischer_Zuchtwert_Einzelheiten.php#ZW

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