Dash

Dash (* 1830; † 1840) war ein King Charles Spaniel im Besitz von Königin Victoria. Elizabeth Longford bezeichnete ihn als „den engsten Jugendfreund der Königin[1] und im Oxford Dictionary of National Biography wird er als „der erste in einer langen Reihe von geliebten kleinen Hunden“ beschrieben.[2]

Dash, gemalt von James Ward

Leben

Er kam als Geschenk von Sir John Conroy an Victorias Mutter, die Herzogin von Kent, am 14. Januar 1833 in den Haushalt der Herzogin.[3] Ende April 1833 war er bereits Victorias Begleiter und zu Weihnachten desselben Jahres war sie so in ihn vernarrt, dass sie ihm zu Weihnachten eine Reihe von Gummikugeln und zwei Stücke Lebkuchen schenkte. Im Gegenzug war Dash Victoria treu ergeben; einmal ging sie auf einer Yacht segeln, und Dash sprang von der Küste ins Meer und schwamm ihr nach.[3]

Prinzessin Victoria mit ihrem Spaniel Dash, Sir George Hayter, 1833

Victoria, die 13 war, als Dash in den Haushalt kam, hatte in ihrer Kindheit wenige oder gar keine Freunde, da sie weitgehend isoliert wurde von anderen Kindern. Dies war eine Maßnahme im Rahmen des so genannten Kensington-Systems, welches von Conroy entwickelt wurde, um Victoria von anderen Einflüssen fernzuhalten und dadurch seine eigene Position zu stärken.[4] Das einzige Mädchen in einem ähnlichen Alter, mit dem die Prinzessin regelmäßig Kontakt hatte, war Conroy jüngste Tochter, Victoire, aber es scheint nur eine formale Bekanntschaft gegeben zu haben. In ihrem Tagebuch bezeichnet Victoria Victoire als Miss Conroy, während der Hund mit Zärtlichkeiten überschüttet wurde: „dear sweet little Dash“ und „dear Dashy“.[5]

Im November 1834 machten Victoria und ihre Mutter einen Urlaub in St. Leonards-on-Sea. Die Herzogin, Victoria mit Dash, Lady Flora Hastings und Baroness Louise Lehzen fuhren mit einem Landauer, der von zwei Pferden gezogen wurde, welche sich in einer Spur verfingen und fielen. Die Pferde kämpften auf dem Boden, und es bestand die Gefahr, dass der Wagen kippte und die Frauen sich verletzt hätten. Victoria krabbelte mit Dash in den Armen aus dem Wagen und, wie sie sich erinnerte, „lief mit ihm in meinen Armen, rief Mama mir zu folgen, Lehzen und Lady Flora folgten uns auch.“ Während zwei vorbeikommende Herren die Pferde frei schnitten, flüchteten die Damen und Dash hinter eine Mauer.[6]

Dash blieb auch nach ihrer Thronbesteigung 1837 bei Victoria. Nach ihrer Krönung am 28. Juni 1838 kehrte Victoria in den Buckingham Palace zurück und lief in ihr Zimmer, um Dash wie üblich zu baden.[7]

Dash starb Ende des Jahres 1840 und wurde in der Nähe des Adelaide Cottage im Windsor Home Park beigesetzt. Das Marmorbildnis, welches über dem Grab errichtet wurde, trägt die Inschrift:

„Here lies DASH The favourite spaniel of Her Majesty Queen Victoria In his 10th year His attachment was without selfishness His playfulness without malice His fidelity without deceit READER If you would be beloved and die regretted Profit by the example of DASH“

[1]

„Hier liegt DASH, der Lieblingsspaniel ihrer Majestät Königin Victoria, in seinem 10. Jahr. Seine Anhänglichkeit war ohne Eigennutz, seine Munterkeit ohne Arglist, seine Treue ohne Falschheit. LESER, möchtest Du geliebt werden und betrauert sterben, so beherzige DASHS Beispiel.“

Literatur

Einzelnachweise

  1. Longford, S. 155
  2. Matthew and Reynolds
  3. Longford, S. 46.
  4. Longford, S. 35–38, 118–119; Woodham-Smith, S. 70–72.
  5. Woodham-Smith, S. 91.
  6. Victoria’s diary, 11 November 1834, quoted in Longford, S. 43
  7. Longford, S. 83; Strachey, S. 73

 

 

 

 

Creative Commons Lizenzvertrag
Dash von Wikipedia ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International Lizenz.

beruehmte hunde: rin tin tin

Rin Tin Tin

Rin Tin Tin „Rinty“ (* 10. September 1918 in Lothringen; † 10. August 1932 in Los Angeles) war ein Deutscher Schäferhund, der mit 26 Filmen in den 1920er Jahren zum Star gemacht wurde.

Leben

Rin Tin Tin war einer von zwei Welpen, die gegen Ende des Ersten Weltkriegs vom US-amerikanischen Soldaten Lee Duncan in einem zerschossenen Stall entdeckt und von Frankreich mit nach Los Angeles gebracht worden waren. Seine Schwester Nanette starb bald nach der Ankunft in den USA und wurde später durch eine andere Hündin dieses Namens ersetzt.[1]

Der Hund wurde vom Produzenten Darryl F. Zanuck in einer Zirkusshow entdeckt und für eine kleinere Filmrolle engagiert, mit der er seine neue Filmkamera ausprobieren wollte. Eine Warner-Brothers-Filmcrew wurde auf den Hund aufmerksam, der für eine Szene, in der ein Wolf agieren sollte, einsprang und die Szene in einem Take absolvierte. Warner Brothers waren so begeistert von Rin Tin Tin, dass sie ihn für den Film Man From Hells River engagierten, der ein überwältigender Erfolg wurde. Als einer der frühesten Filme mit Rin Tin Tin gilt die FBO-Produktion My Dad (1922). 1926 „verdiente“ Rin Tin Tin 6000 Dollar pro Woche.

Nach 26 gedrehten Filmen und seiner eigenen Radioshow, „Der Wunderhund“ (The Wonderdog, 1930, die zwar live vor Publikum produziert wurde, in der er aber von den Radiohörern nur beim Bellen gehört wurde), verstarb Rin Tin Tin 13-jährig 1932 in Los Angeles im Beisein der Schauspielerin Jean Harlow. Er wurde in seiner Heimat Frankreich auf dem Hundefriedhof von Asnières-sur-Seine beerdigt. Die Grabinschrift lautet: RIN·TIN·TIN LA GRANDE VEDETTE DU CINEMA.[2]

Rin Tin Tin erhielt bei der Adresse 1625 Vine Street einen Stern auf dem Hollywood Walk of Fame.

Seine Nachfolger wurden „Rin Tin Tin Jr.“, der von 1932 bis 1939 in 13 Kinofilmen eingesetzt wurde, und „Rin Tin Tin III“, der nur 1939 und 1947 in je einem Kinofilm auftrat.

1935 hatte auch Rin Tin Tin Jr. sein eigenes 12-teiliges Serial, musste sich allerdings den Ruhm teilen mit Rex, the Wonderhorse in The Adventures of Rex and Rinty unter der Regie von Ford Beebe und B. Reeves Eason, der auch die Geschichte schrieb. Die Reihe wurde in Schwarzweiß gedreht, Aushangfotos, wie damals nicht unüblich, aber auch in Farbe produziert.[3]

Rin Tin Tins Leben wurde unter der Regie von Danny Lerner als Rin Tin Tin – Ein Held auf Pfoten (Finding Rin Tin Tin, 2007) verfilmt.

Rantanplan, der einfältige Wachhund aus den Lucky-Luke-Abenteuern, der 1962 erstmals in Erscheinung trat, verdankt seinen Namen Rin Tin Tin. Er kann als Gegenstück des cleveren Schäferhundes gelten.[4]

Frühe Rin-Tin-Tin-Kinofilme

  • Man from Hell’s River (1922)
  • Where the North Begins (1923)
  • Shadows of the North (1923)
  • Rin-Tin-Tin rettet seinen Herrn (Find Your Man, 1924)
  • Rin-Tin-Tins Heldentat (The Lighthouse by the Sea, 1924)
  • Rin-Tin-Tin bei den Goldsuchern (Tracked in the Snow Country, 1925)
  • Clash of the Wolves (1925)
  • The Night Cry (1926)
  • Rin-Tin-Tin unter Verbrechern (While London Sleeps, 1926)
  • Rin-Tin-Tin als Lebensretter (Hills of Kentucky, 1927)
  • Tracked by the Police (1927)
  • Rin-Tin-Tin und die Goldgräber (Jaws of Steel, 1927)
  • Rin-Tin-Tins schwerster Sieg (A Race for Life, 1928)
  • The Million Dollar Collar (1929)
  • A Dog of the Regiment (1929)
  • Tiger Rose (1929)
  • The Wonderdog (1930) (Radioshow)
  • The Lightning Warrior (1931)
  • Rin-Tin-Tins Rache (Law of the Wild, 1934)

Fernsehserien

Seriendaten
Deutscher Titel Rin-Tin-Tin
Originaltitel The Adventures of Rin Tin Tin
Produktionsland Vereinigte Staaten
Originalsprache Englisch
Jahr(e) 1954–1959
Länge 30 Minuten
Episoden 164
Genre Kinderserie
Musik Stanley J. Keyawa
Erstausstrahlung 15. Oktober 1954 (USA) auf ABC
Deutschsprachige
Erstausstrahlung
16. Februar 1956 auf Deutsches Fernsehen
Besetzung

Die Fernsehserie The Adventures of Rin Tin Tin wurde mit einem neuen Schäferhund namens Golden Boy junior, genannt JR, zwischen 1954 und 1959 in den USA gedreht. JR, der nicht mehr aus der Duncan-Zucht stammte, sondern dem Trainer Frank Barnes gehörte, erhielt 1958 und 1959 den Patsy Award. In gefährlichen Szenen wurde er allerdings von Stuntdogs gedoubelt. Insgesamt brachte es die Serie auf 164 Folgen. Sie erzählte die Geschichte des kleinen Jungen Rusty und seines Freundes, des Schäferhundes Rin Tin Tin, in den Wirren des Wilden Westens um 1888.

  • Die Serie wurde am Filmset des John Ford-Western „Bis zum letzten Mann“ (Fort Apache, 1948) und auf 35-mm Kinofilmmaterial gedreht.
  • Rin Tin Tin war die erste amerikanische Serie, die im deutschen Fernsehen gezeigt wurde. Die erste Folge wurde am 16. Februar 1956 um 21:25 Uhr im Deutschen Fernsehen ausgestrahlt. Es wurden bis 1964 nur 20 Folgen gesendet.
  • Neben der erfolgreichen Fernsehserie gab es auch Bücher und Comics, die sich des Themas Rin Tin Tin annahmen.
  • 1976 versuchte man die alte Abenteuerserie durch neu gedrehte Szenen aufzuwerten. Angeblich wurde hier mit Rin Tin Tin VII wieder ein Nachkomme des ersten Rin Tin Tin verwendet. Dem Versuch war aber kein Erfolg beschieden.

Zwischen 1988 und 1993 wurde in Kanada die Fernsehserie Katts und Dog gedreht. Für den US-amerikanischen Markt wurde der Name in Rin Tin Tin: K-9 Cop geändert. Hierbei handelte es sich um die Geschichte des Polizisten Hank Katts und seines Hundes Rudy. Auch dieser Name wurde für die USA in Rinty abgewandelt. Unter dem deutschen Titel Zwei wie Katz und Hund wurde die Serie bei RTL ausgestrahlt; hier trug der Hund den Namen Rinnie.

Eine für 1999 geplante Serie mit dem Titel The New Adventures of Rin Tin Tin wurde nicht verwirklicht.

Literatur

Über Rin Tin Tin gab es schon in den 1920er Jahren Bücher und es folgten auch Abenteuer in Comics, die dann ab 1954 von Dell Comics für 10 Cents herausgegeben wurden und ab November 1963 bei Gold Key. 1956 erschien ein Ausmalbuch beim Verlag Whitman. Verschiedene Geschichten, geschrieben von Monica Hill und illustriert von Mel Crawford, erschienen in der Reihe A Little Golden Book in den 1950er Jahren. Weitere Geschichten mit demselben Illustrator, aber geschrieben von Charles Spain Verral, erschienen auch in der Reihe A Big Golden Book.

  • 1927: Little Folks‘ Story of Rin-Tin-Tin. Hardcover, Whitman Publishing
  • 1954: Julie Campbell: Rin Tin Tin’s RINTY – An Original Story Featuring Rinty, Son of the Famous Movie Dog, Rin Tin Tin. Whitman Publishing
  • 1954: Rin Tin Tin and Rusty. Comics
  • 2007: Julie Campbell, Rene Martin: Rinty: An Original Story Featuring Rinty, Son Of The Famous Movie Dog, Rin Tin Tin. Kessinger Publishing – ISBN 0-548-38690-0
  • McGraw-Hill Reading Leveled Books: Rin Tin Tin: Top Dog in the Movies. McGraw-Hill (2004) – ISBN 0-02-185102-6

Deutschsprachige Belletristik

Basierend auf Filmen und Fernsehserie gab es zwei Buchreihen, die in deutscher Sprache beide in den 1960er-Jahren erschienen.

Engelbert

Der Engelbert-Verlag brachte einige Romane heraus, die von verschiedenen Autoren geschrieben und allesamt von Dr. Hansheinz Werner übersetzt wurden.

  • Bd. 1: Unruhen im Apache-Fort (Originaltitel: Rin Tin Tin and Call to Danger; Doris Schroeder, 1961)
  • Bd. 2: Das Geheimnis des schwarzen Wagens (Rin Tin Tin and the Ghost Wagon Train; Cole Fannin, 1961; später als ISBN 3-536-01080-6 (deutsch) bzw. ISBN 987-776-228-5 (englisch))
  • Bd. 3: Kurier bei Nacht (The revolt of Strong Buffalo; George Giersen, 1963)
  • Bd. 4: Feuerschein über dem Sattel-Pass (Fire lights the saddle peak; George Giersen, 1963)
  • Bd. 5: Mit Rusty in den Weißen Bergen (George Giersen, 1964)
  • Bd. 6: Comanchen auf Kriegspfad (George Giersen, 1965)
  • Bd. 7: Gold in den Sangre Bergen (George Giersen, 1966)

Tessloff

Im Tessloff Verlag (damals: Neuer Tessloff Verlag) gab es die Reihe „Fernseh-Abenteuer“ mit insgesamt acht Bänden zu Rin Tin Tin. Diese waren eher für jüngere Leser gedacht und reich illustriert. Verfasst wurden die Bücher von Henri Arnoldus und Albert Van Nerum; die Illustrationen stammten ab dem 3. Band von Gerd Werner. Abgesehen von den Hauptfiguren wurde kaum etwas aus der Serie übernommen; lediglich die Einbandillustration zeigte in der Regel Motive mit Lee Aaker (Rusty), Rin Tin Tin und zumeist auch James Brown (Lt. Ripley Masters).

  • Bd. 1: Ist Sheriff Porter schuldig? (1960)
  • Bd. 2: Überfall auf Fort Jefferson (1961; Anm.: Auf dem Umschlag ist der Titel fälschlicherweise mit Ford Jefferson angegeben)
  • Bd. 3: Der giftige Pfeil (verm. 1961)
  • Bd. 4: Der wilde Hengst (1961)
  • Bd. 5: Gelber Fuchs plant Verrat (1961)
  • Bd. 6: Der verdächtige Scharfschütze (1962)
  • Bd. 7: Rusty ist verschwunden
  • Bd. 8: Die Wolfsjagd

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Markus Wüest. Rin Tin Tin – der Hund, der niemals starb. Basler Zeitung, 25. Dezember 2011
  2. Rin Tin Tin auf findagrave.com
  3. Siehe die Farbbilder auf dem Cover der 2007 zum Serial erschienenen DVD
  4. Karen Duve, Thies Völker, Lexikon der berühmten Tiere. Von Alf und Donald Duck bis Pu der Bär und Ledas Schwan, Piper Taschenbuch 1999, ISBN 3-492-22684-1, S. 595 f.

 

 

 

 

Creative Commons Lizenzvertrag
Rin Tin Tin von Wikipedia ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International Lizenz.

barry

Barry (Rettungshund)

Der Rettungshund Barry (* 1800 auf dem Grossen Sankt Bernhard; † 1814 in Bern) war ein berühmter Lawinenhund.

Allgemeines

Er wurde von den Chorherren des Hospizes auf dem Grossen St. Bernhard eingesetzt und soll über vierzig Personen das Leben gerettet haben. 1812 wurde er auf Wunsch des Priors nach Bern gebracht und starb dort 1814 den Alterstod. Nach seinem Tode wurde er präpariert und im Naturmuseum Bern ausgestellt, damit „dieser treue Hund, der so vieler Menschen Leben rettete, nach seinem Tod nicht so bald vergessen sein wird.“ Die damals gewählte demutsvolle Haltung symbolisierte stete Hilfsbereitschaft.[1]

Die Hunde zu Beginn des 19. Jahrhunderts waren keine Bernhardiner im heutigen Sinne, sondern Mischlinge aus der Umgebung des Hospizes. Barry wog zu Lebzeiten vermutlich zwischen 40 und 50 kg und hatte eine Widerristhöhe von etwa 54 cm. Heutige Bernhardiner dagegen wiegen oft mehr als 100 kg und haben eine Widerristhöhe zwischen 70 und 90 cm.[2] Als 1923 das alte, verfallene Präparat neu aufgebaut wurde, gab man nicht nur Barrys demutsvolle Haltung auf, sondern näherte auch sein Aussehen an das der neu entstandenen Bernhardinerrasse an: Sein Kopf wurde vergrössert und die Läufe verlängert.[3] Das Präparat ist bis heute Teil der Sammlung der Albert-Heim-Stiftung. Es stand lange in einer Vitrine am Eingang des Naturhistorischen Museums der Burgergemeinde Bern. Seit 2014 ist ihm eine eigene Dauerausstellung gewidmet, in der neben zahlreichen anderen Exponaten auch der originale Schädel zu sehen ist.[2] Da das Fässchen mittlerweile fix mit einem Bernhardinerhund verbunden wird, wurde es in der Präsentation beibehalten, nicht jedoch ohne darauf hinzuweisen, dass es sich bei diesem Markenzeichen um eine „Erfolgsgeschichte frühen Marketings“ handelt[4] (siehe auch den Abschnitt Legenden).

Hintergrund, Legenden

Die Erzählung, dass Barry nach seiner 40. Lebensrettung vom 41. Menschen getötet wurde, wie auch auf seinem Denkmal im Cimetière des Chiens zu lesen steht (Il sauva la vie à 40 personnes… et fût tué par la 41ème!), ist unzutreffend. Tatsächlich verbrachte er seine letzten zwei Lebensjahre in Bern. Erfunden ist wohl ebenfalls, dass er stets ein Fässchen (Fläschchen) mit Alkohol zur Labung von Verschütteten um den Hals trug oder gar ein verunglücktes Kind dazu brachte, auf seinen Rücken zu klettern.[5] Gesichert ist dagegen, dass er und die anderen Hunde des Hospizes einheimische Bergführer (Marroniers) begleiteten, die im Auftrag der Chorherren täglich die Wege zum Hospiz abgingen. Sie erleichterten den Marroniers das Auffinden und Begehen der oftmals verschneiten Wege und wiesen auch unter widrigen Umständen den Weg zurück. Darüber hinaus zeigten sie mit ihrem Gebell erschöpfte oder verunglückte Reisende an. Einige Hunde waren gewohnt, gelegentlich kleine Packsättel mit Lebensmitteln zu tragen. Ein Geistlicher des Hospizes sagte im Jahr 1956: „Was aber das Rumfässchen betrifft, so haben die Hunde zu keiner Zeit eines getragen“. Der Knabenritt, also das Tragen eines Kindes auf dem Rücken, ist ein literarisches Motiv, das bereits vor der Geburt Barrys existierte. Selbst ein heutiger Bernhardiner wäre zu einer derartigen Leistung, wie in der Legende beschrieben, weder körperlich noch geistig in der Lage. Über den Tod Barrys, der von einem napoleonischen Soldaten für einen Wolf gehalten und erstochen worden sein soll, merkt Dora Strahm, Kuratorin der Ausstellung an, dass dem zum Helden erklärten Rettungshund hier eben ein ebenso heldenhafter Tod angedichtet worden sei. Historisch daran sei nur, dass napoleonische Soldaten den Pass überquerten und es zu dieser Zeit auch Wölfe gab.[4]

Knabenritt

Im Jahr 1840 erwähnte der Theologe und Professor für Philosophie und Naturkunde Peter Scheitlin bereits die wichtigsten Motive der Barry-Legende, abgesehen vom gewaltsamen Tod:

„[…] Barry, der heilige auf dem St. Bernhard. Ja, Berry, du höchster der Hunde, du höchstes der Thiere! Du warst ein großer sinnvoller Menschenhund, mit einer warmen Seele für Unglückliche. Du hast mehr als vierzig Menschen das Leben gerettet. Du zogst, mit einem Körblein mit Brod und einem Fläschchen süßer, stärkender Erquickung am Halse, aus dem Kloster in Schneegestöber und Thauwetter Tag für Tag, ein Wohltäter! zu suchen Verschneite, Lawinenbedeckte, sie hervorzuscharren, oder im Falle der Unmöglichkeit schnell nach Hause zu rennen, damit die Klosterbrüder mit dir kommen mit Schaufeln, und dir graben helfen. Du bist das Gegenteil von einem Todtengräber. Du machst auferstehen. Du mußt, wie ein feinfühlender Mensch, durch Mitgefühle belehren können, denn sonst hätte jenes hervorgegrabene Knäblein es gewiss nicht gewagt, sich auf deinen Rücken zu setzen, damit du es ins freundliche Kloster tragest. Angelangt zogst du an der Klingel der heiligen Pforte, auf daß du barmherzigen Brüdern den köstlichen Findling zur Pflege übergeben könnest, und als die süße Last dir abgenommen war, eiltest du sogleich aufs neue zum Suchen auf und davon. Jeder Geling belehrte dich und machte dich froher und theilnehmender. Das ist der Segen der guten That, daß sie fortwährend Gutes muß gebären![A 1] […] Was wäre aus dir geworden, wenn du ein Mensch gewesen wärest? Ein heiliger Vincenz, ein Stifter von hundert barmherzigen Orden und Klöstern. So tatest du, unermüdlich und ohne Dank zu wollen, zwölf Jahre. […] Wer deinen Körper wohl ausgestopft nun in Bern sieht, ziehe den Hut ab und kaufe dein Bild lithographirt daselbst, und hänge es in Rahm und Glas an die Wand seines Zimmers, und kaufe dazu auch das Bild des zarten Knaben auf deinem Rücken, wie du mit ihm vor der Klosterpforte stehst und klingelst, und zeige es den Kindern und Schülern und sage: geh’ hin und thue deßgleichen, wie dieser barmherzige Samariter, um Christi willen, und wirf dafür von den Wänden die Robbespierre, Marat, Hanikel, Abällino und andere Mörder- und Räuber-Bildnisse zum Fenster hinaus, auf daß das junge Gemüth von Hunden lerne, was es bei Menschen verlernte […][6]

Rezeption

Denkmal im Cimetière des Chiens
Denkmal im Cimetière des Chiens

Im Hundefriedhof von Asnières-sur-Seine bei Paris wurde für Barry ein Denkmal errichtet. Die Barry-Geschichte wurde filmisch bearbeitet: 1949 unter dem Titel Barry (Barry – Der Held von St. Bernhard) in Frankreich und 1977 unter dem Titel Barry of the Great St. Bernard (Barry, der Bernhardiner) von den Walt Disney Studios.

In Annette von Droste-Hülshoffs Werk Das Hospiz auf dem Großen St. Bernhard trägt im Zweiten Gesang ein Rettungshund namens Barry ein halb erfrorenes Kind.[7]

Lawinenverschüttetensuchgeräte werden noch heute hin und wieder als Barryvox bezeichnet; ein Hersteller verwendet dies ausserdem als Marke.

Literatur

Anmerkungen

  1. Vergl. Schiller-Zitat aus Die Piccolomini: „Das eben ist der Fluch der bösen Tat […]“ Siehe dazu auch: Alastor

Einzelnachweise

  1. Hans Räber: Enzyklopädie der Rassehunde, Band 1, Kosmos 2014, S. 33.
  2. Thomas Stephens: Wieso Barry einen grösseren Kopf erhielt. swissinfo.ch, 10. Juli 2014, übersetzt von Rita Emch. Aufgerufen am 18. April 2016.
  3. Berner Zeitung: Barry: ein Hundeleben ins rechte Licht gerückt 11. Juni 2014. Aufgerufen am 17. April 2016.
  4. Ausstellungsbroschüre zu Barry – Der legendäre Bernhardinerhund. Abgerufen am 20. April 2016.
  5. welt.de: Das Schnapsfass der Bernhardiner ist eine Legende 7. Juni 2014, aufgerufen am 17. April 2016,
  6. P. Scheitlin: Versuch einer vollständigen Thierseelenkunde, Zweiter Band. Stuttgart und Tübingen, Druck und Verlag der J. G. Cotta’schen Buchhandlung 1840. S. 269–271.
  7. Reinhold Schneider (Hg.): Annette von Droste-Hülshoff, Gesammelte Werke, ISBN 3-87876-308-5, S. 600–681. gutenberg.spiegel.de: Das Hospiz auf dem Großen St. Bernhard, Kapitel 3: Zweiter Gesang. – Ersterschienen 1839.

Weblinks

 

Creative Commons Lizenzvertrag
Barry (Rettungshund) von Wikipedia ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International Lizenz.

Urlaub mit Hund auf der Alm

Direkt vor der Unterkunft gibt es einen hauseigenen Hundeübungsplatz, der mit einem wunderbaren Blick auf Ruhpolding zu verzaubern weiß. Der 60m² große Hundeübungsplatz ist laut unserurlaubmithund.de auf dieser Höhe wohl einzigartig in Deutschland!

Die Betreiber halten selbst mehrere Hunden und möchten, dass Sie und ihre Liebsten sich wohlfühlen. Gäste dürfen ihren Hund natürlich gerne mit auf die Terrasse, in das Restaurant oder in ihr Appartment nehmen, das auch zwei Hunden ausreichend Platz bietet.

Die wunderschöne Landschaft lädt zu ausgiebigen Spaziergängen an der frischen Almluft ein. Gäste können die herrliche Natur natürlich auf eigene Faust erkunden, aber es gibt auch Wanderwege wie die „Almrunde“ und den „Blickner-Steig“, die zum Gipfelkreuz führen, wo man sich bei Bedarf in das Gipfelbuch eintragen und auf einer Bank ausruhen kann, ehe der Heimweg angetreten wird.

Ein besonderes Extra ist die kleine Badelandschaft für Hunde, die mit frischem Wasser aus einer eigenen Quelle gespeist wird. Das Quellwasser wird für die gesamte Wasserversorgung genutzt und garantiert eine hochqualitative, einzigartige Frische.

Die vielseitige und abwechslungsreiche Landschaft macht das Gassigehen zu einem Erlebnis. Direkt neben dem Haus ist ein Spender platziert für Hundekottüten sowie ein Mülleimer zu deren Entsorgung.

Auch rund um Ruhpolding gibt es zahlreiche Möglichkeiten zur Erholung. Wellnessangebote, der Nationalpark Berchtesgaden oder die mittelalterliche Stadt Burghausen mit der längsten Burg Europas sind nur einige Beispiele.

Die Seite bietet unter unserurlaubmithund.de/angebote/ spezielle Angebote, die interessieren könnten.

Genauere Informationen gibt es allgemein auf unserurlaubmithund.de oder per Telefon unter der 08663 71 90 316, wenn Interessierte spezifische Fragen haben oder buchen möchten.

FRED & OTTO unterwegs in der Sächsischen Schweiz und Dresden

Die Sächsische Schweiz ist ein Wanderparadies – auch für Hunde. Und Dresden sowieso eine Reise wert.

Wir haben 30 Hunde-Touren zusammengefasst mit vielen hilfreichen Tipps.

Hundefreundliche Touren sind: Es gibt Seen, Flüsse, Kanäle, die Wege sind keine Radwege, wir haben bekannte Wanderwege mit Menschenmassen gemieden, unsere Touren führen nicht an Straßen entlang (Ausnahmen sind manchmal unumgänglich).

Wo man als Hundebesitzer aufpassen muss, verweist das „Aufgepasst!“-Zeichen auf Kuhweiden, freilaufende Tiere auf Landwirtschaftsbetrieben oder Straßenüberquerungen hin.
Mit den FRED&OTTO-Touren genießen Sie stressfrei mit Ihren Vierbeinern die volle Natur.

Die FRED&OTTO-Wanderführer sind die idealen Begleiter für entspannte Tages- oder Mehrtages-Touren und am Ende müde, zufriedene Pfoten.

  • mit tollen Hundebildern und praktischen Wegbeschreibungen zu 30 Touren
  •  hundefreundliche Gastrotipps und Übernachtungsverzeichnis
  • inkl. Gratis-Wander-App zum Download
  • Maxi-Übersichtsklappkarte + Detailkarte zu jeder Tour
  • GPS-Daten
  • zu jeder Tour: Adresse und Kontaktdaten zum nächstgelegenen Tierarzt für den Notfall